|
Ein Berufsgymnasium bietet sich gerade für Schüler an, die schon sehr früh wissen, welche Richtung sie später in Studium oder Ausbildung einschlagen wollen. „Berufsgymnasien bieten Vorteile, weil sie Inhalte vermitteln, die später im Grundstudium gelehrt werden“, sagt Berater Busch. Die Berufsgymnasiasten hätten an der Hochschule folglich selten Orientierungsprobleme und Anlaufschwierigkeiten.
Für das erste Semester an der TU kann Tobias Groß das bestätigen. Im Modul Informatik kommt er gut mit. „Neu war das bisher nicht, die Themen hatten wir schon in der Schule“, sagt er. Auch in seinem zweiten Fach findet er leicht Anschluss. „Da wir im Physikkurs an der Schule nur zu viert waren, haben wir sehr intensiv gelernt“, erzählt er.
Weil er auch in seiner Freizeit programmiert und Elektroteilchen für Modellflugzeuge zusammenlötet, sei der Wechsel an das Berufsgymnasium für ihn genau das richtige gewesen, bilanziert er. Verallgemeinern will er das aber nicht. „Wer nicht schon so früh weiß, was er nach dem Abi machen will, für den ist dieser Weg weniger zu empfehlen“, warnt er.
Die meisten Abiturienten der Berufsgymnasien zieht es wie ihn in die Hörsäle. Am Oberstufenzentrum IMT etwa liegt der Anteil der Absolventen, die ein Studium aufnehmen bei 80 Prozent. Vor allem Studiengänge wie Informatik, Informationstechnik oder Wirtschaftsinformatik sind beliebt. Die weiteren Karriereaussichten schätzt Ansorge sehr positiv ein. „Die Nachfrage nach Absolventen aus dem MINT-Bereich, also Mathematik, Informatik, Technik und Naturwissenschaften, ist anhaltend groß“, sagt er. Abiturienten der Schule seien beispielsweise bei IBM, den Berliner Wasserbetrieben oder der Deutschen Telekom eingestiegen.
Neben dem praxisorientierten Abi am Berufsgymnasium bieten OSZ auch andere Wege zur Hochschulreife an. In einem vierjährigen Bildungsgang wird das Abitur mit einer Ausbildung verbunden. Dieses Sondermodell wird in ähnlicher Weise an drei Berliner Berufsgymnasien angeboten, für Abitur plus eine Ausbildung zum Erzieher beziehungsweise zum Steuerfachangestellten. Im Rahmen dieses Modells auch bildet das Oberstufenzentrum IMT mit der Telekom IT-Systemelektroniker mit Abitur aus.
Bei dem Kommunikationsunternehmen hat man mit den Azubis gute Erfahrungen gemacht. „Sie sind offener und gehen mit weniger Vorurteilen an Aufgaben und Problemstellungen heran“, sagt Dorit Krinelke, die bei der Telekom für das Ausbilderteam verantwortlich ist. „Die Systemelektroniker sind die künftigen Servicetechniker in Unternehmen“, erklärt sie. Wer bleiben wolle, habe gute Karrierechancen. „Bei Eignung übernehmen Absolventen auch Führungsaufgaben.“
|