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Ein Bericht von Zahid Uddin (OG11)
Die mündliche Botschaft "Versuche, dein Leben zu machen", eine Bernsteinkette, eine Handtasche und ein Adressbuch - das war alles, was der heute 90jährigen Jüdin Margot Friedlander, Überlebende des Holocaust, von ihrer Mutter geblieben war.
In einer eineinhalbstündigen Lesung von Margot Friedlander aus ihrem Buch "Versuche, dein Leben zu machen" am 16. November 2011 am OSZ Informations- und Medizintechnik erhielten Schülerinnen und Schüler einen Eindruck, wie furchtbar und schwer die Zeit des Holocaust für sie gewesen war.
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| Margot Friedlaender liest aus ihrem Buch "Versuche, dein Leben zu machen" |
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... und beantwortet Fragen der Schüler/innen. |
Margot Friedlander wurde am 5. November 1921 in Berlin geboren. Sie lebte zusammen mit ihrem Bruder Ralph bei der Mutter Auguste in Berlin. Nachdem der Druck auf die Juden in Deutschland immer größer geworden war, versuchten sie mehrfach auszuwandern, jedoch verweigerten die USA die Einwanderung.
1943 planten sie nochmals ihre Flucht aus Deutschland, doch ihr Bruder Ralph wurde unmittelbar vorher von der Gestapo verhaftet. Ihre Mutter deponierte, bevor sie sich auf die Suche nach Ralph machte, bei Freunden eine Handtasche mit einer Kette und einem Adressbuch und hinterließ die Botschaft "Versuche, dein Leben zu machen".
Margot Friedlanders Mutter wurde später verhaftet und starb gemeinsam mit ihrem Sohn Ralph im Konzentrationslager Auschwitz. Margot Friedlander jedoch beschloss sich zu verstecken und ihr Aussehen zu verändern. Sie färbte sich die Haare rot, ersetzte den Judenstern durch eine Kette mit einem Kreuz und ließ sich die Nase operieren, um nicht als Jüdin erkannt zu werden. Menschen, die gegen die Nationalsozialisten waren, gaben ihr Obdach.
Im Frühjahr 1944 wurde sie trotz aller Vorsichtsmaßnahmen entdeckt. Margot Friedlander wurde von der Polizei festgenommen und nach Theresienstadt deportiert. Dort traf sie Adolf Friedlander, den sie schon vom jüdischen Kulturbund in Berlin kannte. Auch er hatte seine gesamte Familie verloren. Beide überlebten den Holocaust, heirateten und emigrierten 1946 in die USA, wo sie später auch die US-amerikanische Staatsbürgerschaft annahmen. 1997 starb ihr Mann Adolf.
Margot Friedlander besuchte auf Einladung des Berliner Senats 2003 erstmals nach ihrer Deportation wieder ihre Heimatstadt Berlin. 2010 kehrte sie endgültig nach Berlin zurück. Heute besucht Margot Friedlander regelmäßig Schulen, um über ihr Leben zu berichten und die Erinnerung an die Vergangenheit wach zu halten.
Nachdem Margot Friedlander uns ihre Lebensgeschichte erzählt hatte, konnten die Schülerinnen und Schüler Fragen stellen, die sie gern beantwortete.
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