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Jahrestagung Fachschulen für Medizintechnik

 

Bericht zur Jahrestagung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Fachschulen für Medizintechnik in der Medizinisch Technischen Akademie in Esslingen (09.-10.11.2007) von Bodo Maschmann

BAG Fachschulen für Medizintechnik

Jedes Jahr finden sich Vertreter der Fachschulen für Medizintechnik zu einem Erfahrungsaustausch an wechselnden Standorten zusammen: Bundesarbeitsgemeinschaft der Fachschulen für Medizintechnik. Zum zweiten Mal fand das diesjährige Treffen nahe Stuttgart an der Medizinisch Technischen Akademie (MTAE) in Esslingen statt.

Kultusministerium Baden-Württemberg

Martin Sabelhaus vom Kultusministerium Baden-Württemberg referierte auf der Jahrestagung über das Thema "Technikerabschluss und EQF".

Technikerabschluss und EQF

Auf europäischer Ebene sind seit langem der Europäischer Qualifikationsrahmen (EQR; engl.: European Qualification Framework, EQF) und das Leistungspunktesystem im Gespräch. ECVET (European Credit System for Vocational Education and Training) gibt das Leistungspunktesystem für die berufliche Bildung wieder. Derzeit werden in Deutschland verschiedene Projekte zur Erprobung eines Leistungspunktesystems durchgeführt

Der EU-Kommission sind durch Art. 149f des EG-Vertrags enge Grenzen bei bildungspolitischen Maßnahmen gesetzt, sodass nur "Empfehlungen" an die einzelnen Mitgliedsstaaten ausgesprochen werden. Jeder Mitgliedsstaat gestaltet somit den EQF nach den eigenen Bedürfnissen aus. Zielsetzung bleibt aber die Förderung der Mobilität von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern und Transparenz der beruflichen Abschlüsse.

Eine mögliche Zuordnung in die acht Niveaustufen des EQF:

Niveaustufe

Abschluss des Bildungsgangs

1 Hauptschule
BVJ - Berufsvorbereitungsjahr
BGJ - Berufsgrundbildungsjahr ohne Anrechnung
1 BFS - Einjährige Berufsfachschule
2 BGJ - Berufsgrundbildungsjahr mit Anrechnung
2 BFS - Berufsfachschule mit Anrechnung
Berufsabschluss dual niedriges Anforderungsniveau
3 Berufsabschluss dual mittleres Anforderungsniveau
Mittlerer Bildungsabschluss (MSA)
BFS / BK Assistenten mittleres Niveau
4 Berufsabschluss dual hohes Anforderungsniveau
BFS / BK Assistenten hohes Niveau
Fachhochschulreife
Allgemeine und fachgebundene Hochschulreife
5 Berufsakademie
Fachschulabschlüsse
Meister
6 Bachelor
FH - Fachhochschul-Abschluss
7 Master
Hochschuldiplom
1. Staatsprüfung
8 PhD - Doktorgrad
Dr. - Doktorgrad
Habilitation

EQF - Niveaustufe 5

Die Anforderungen an die Niveaustufe 5 sind folgendermaßen beschrieben:

Kenntnisse ("Theorie- und/oder Faktenwissen")
… umfassendes, spezialisiertes Theorie- und Faktenwissen in einem Arbeits- oder Lernbereich sowie Bewusstsein für die Grenzen dieser Kenntnisse.

Fertigkeiten ("kognitive Fertigkeiten und praktische Fertigkeiten")
... umfassende kognitive und praktische Fertigkeiten die erforderlich sind, um kreative Lösungen für abstrakte Probleme zu erarbeiten.

Kompetenz ("Übernahme von Verantwortung und Selbstständigkeit")
… Leiten und Beaufsichtigen in Arbeits- oder Lernkontexten, in denen nichtvorhersehbare Änderungen auftreten, Überprüfung und Entwicklung der eigenen Leistung und der Leistung anderer Personen.

Dass die Weiterbildung an einer Fachschule auf die gleiche Niveaustufe wie die Weiterbildung zum Meister gelegt wurde, ist nicht nachvollziehbar, da allein schon die Weiterbildung an einer Fachschule 2 Jahre und an einer Meisterschule nur 1 Jahr dauert.

DQR - Deutscher Qualifikationsrahmen

Auf nationaler Ebene wird versucht die Aus- und Weiterbildungen in einen deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) zu fassen. In der Richtlinie 2005/36/EG § 11 werden fünf Stufen genannt:

  1. Befähigungsnachweis
  2. Prüfungszeugnis Berufsausbildung, Sekundarstufe
  3. Diplom (kurzer Ausbildungsgang)
  4. Diplom (langer Ausbildungsgang)
  5. Hochschuldiplom

Diese Richtlinie ist nur für "reglementierte Berufe" von Bedeutung (meist starker Verbraucherschutz- und Sicherheitsaspekt) und stuft die Technikerausbildung als reglementierte Ausbildung im Anhang III ein, somit Zuordnung zum Niveau c des § 11 der Richtlinie.

Ein Problem, welches an dieser Stelle auftritt, ist, dass die Zuständigkeiten auf Bund und Länder verteilt sind. Für die Ausbildungen nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) sind der Bund und für die Technikerausbildung die Länder zuständig.

Die Entwicklung des DQR erfolgt in der Arbeitsgruppe durch die Kultusministerkonferenz (KMK) und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und in Abstimmung mit relevanten Akteuren aus dem gesamten Bildungsbereich und der Wirtschaft. Diese Koordinierungsarbeit wird viel Zeit beanspruchen und es ist zu vermuten, dass der Zeitplan schwer einzuhalten sein wird.

Die Fachschulen sollten zum jetzigen Zeitpunkt nicht in einen Reformaktionismus verfallen, solange auf Bundes- und Landesebene noch kein einheitlicher Rahmen gefunden wurde.

ECVET

Zeitplan für die Einführung des Europäischen Leistungspunktesystems für die Berufsbildung (ECVET):

  • bis Ende 2007 soll eine abgestimmte Version dem EU-Parlament zugeleitet werden
  • Beschlussfassung Ende 2008
  • Diplom (kurzer Ausbildungsgang)
  • Diplom (langer Ausbildungsgang)
  • Hochschuldiplom

Diese Richtlinie ist nur für "reglementierte Berufe" von Bedeutung (meist starker Verbraucherschutz- und Sicherheitsaspekt) und stuft die Technikerausbildung als reglementierte Ausbildung im Anhang III ein, somit Zuordnung zum Niveau c des § 11 der Richtlinie.

Ein Problem, welches an dieser Stelle auftritt, ist, dass die Zuständigkeiten auf Bund und Länder verteilt sind. Für die Ausbildungen nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) sind der Bund und für die Technikerausbildung die Länder zuständig.

Die Entwicklung des DQR erfolgt in der Arbeitsgruppe durch die Kultusministerkonferenz (KMK) und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und in Abstimmung mit relevanten Akteuren aus dem gesamten Bildungsbereich und der Wirtschaft. Diese Koordinierungsarbeit wird viel Zeit beanspruchen und es ist zu vermuten, dass der Zeitplan schwer einzuhalten sein wird.

Die Fachschulen sollten zum jetzigen Zeitpunkt nicht in einen Reformaktionismus verfallen, solange auf Bundes- und Landesebene noch kein einheitlicher Rahmen gefunden wurde.

Aktuelle Studierendenzahlen

Die Zahlen beruhen auf den Angaben von 9 Fachschulen für Medizintechnik.

Studierende im ersten Jahr: 135
Studierende im zweiten Jahr: 155
Absolventen 2007: 140
Allgemeines
  • Die Medizintechnikindustrie setzt die Programmiersprache C++ voraus. Kenntnisse in JAVA sind von Vorteil.
  • Die Informationstechnik ist weiter auf dem Vormarsch in der Medizintechnik. Kenntnisse über das Vernetzen von Computern werden von fast allen Arbeitgebern gefordert.
  • Spezielle Elektronikkenntnisse sind zwar bei Arbeitgebern weiter gerne gesehen, spiegeln aber nicht die reale Tätigkeit eines Medizintechnikers wider. Zunehmend werden Platinen getauscht. Welche Platine getauscht werden soll, zeigt z.B. ein Fehlercode an.
  • Stellenausschreibungen für Ingenieure (FH) der Medizintechnik sind in der Regel auch für Techniker mit der Fachrichtung Medizintechnik ausgeschrieben. Techniker stehen also in direkter Konkurrenz zu den Ingenieuren für Medizintechnik auf dem Arbeitsmarkt.
Berufsaussichten der Absolventen

Die Berufsaussichten der Absolventen der Fachschulen für Medizintechnik sind weiterhin sehr gut.

Die Aussicht auf eine Anstellung steigt, je größer die Bereitschaft ist, sich bundesweit zu bewerben. Das Beherrschen einer Fremdsprache in Wort und Schrift ist eine unbedingte Voraussetzung für den Erfolg im Berufsleben.

Die Arbeitsagentur bietet ständig ca. 100 freie Stellen für Medizintechniker auf ihrer Internetseite an.

Jahrestagung 2008

Das nächste Jahrestreffen der Bundesarbeitsgemeinschaft der Fachschulen für Medizintechnik findet am 6. und 7. November 2008 am Oberstufenzentrum Informations- und Medizintechnik in Berlin statt.

Links auf www.oszimt.de

Fachschule Medizintechnik (Technikerschule)

Mitteilung: Jahrestagung Fachschulen für Medizintechnik 2008

Mitteilung: Jahrestagung Fachschulen für Medizintechnik 2006

Mitteilung: Jahrestagung Fachschulen für Medizintechnik 2005

Mitteilung: Berufliche Bildung am OSZ IMT wird europäischer

externe Links

Medizinisch-Technische Akademie Esslingen

Kultusministerium Baden-Württemberg

Arbeitsagentur

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Bildung
Fächer
Schüler
Service
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aktualisiert am:
19.12.2008
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